Die weltweite konjunkturelle Entwicklung verliert weiter an Kraft. Die Indikatoren deuten auf eine Abflachung des Wachstums hin. Dies gilt vor allem für das durch die Schuldenkrise besonders getroffene Euroland. Aber auch in Asien scheint sich eine Wachstumsdelle abzuzeichnen. In den USA gab es zuletzt einige Anzeichen für Entwarnung. Die Prognose der OECD für das kommende Jahr ist vorsichtiger geworden, wobei es sich um eine temporäre Wachstumsabkühlung handelt. Für 2013 ist wieder mit einer Erholung zu rechnen. In den Entwicklungs- und Schwellenländern sind weiterhin gute Wachstumsraten von über 6% in diesem und nächstem Jahr zu erwarten. In China wird mit einer weichen Landung der Wirtschaft gerechnet. Die schlechtere Exportperformance und Probleme im Immobiliensektor belasten das Wachstum. Andererseits ist die chinesische Wirtschaftspolitik in der Lage, bei anhaltender Wachstumsschwäche gegenzusteuern. In der Eurozone haben sich die Stimmungsindikatoren wieder etwas erholt. Vor allem in den durch die Schuldenkrise stark unter Druck geratenen Ländern der Peripherie im Süden sind die Niveaus aber noch sehr niedrig.
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Überblick USA:
Die Konjunkturdaten lagen zuletzt erneut leicht über den Markterwartungen. Insgesamt zeichnet sich für das vierte Quartal 2011 eine Zunahme der Wachstumsdynamik ab. Das reale BIP-Wachstum dürfte sich zum Jahresende auf ca. 3% beschleunigen. Für das 2. Halbjahr 2012 gehen wir von einem Anstieg der Dynamik über Potenzialwachstum aus und erwarten insgesamt für den Jahresdurchschnitt einen realen BIP-Zuwachs von 2,3%. Im laufenden Jahr sollte sich die (allgemeine) „Headline-Inflation“ in Richtung 2% bewegen. Bei der Kerninflation rechnen wir für 2012 und 2013 mit Steigerungsraten von rund 2%. Auf ihrer Dezember-Sitzung hat die Notenbank keine materielle Änderung der Geldpolitik vorgenommen.
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Überblick Europa:
Zum Jahreswechsel haben sich die Stimmungsindikatoren in der Eurozone auf niedrigen Niveaus stabilisiert. Das nachlassende Momentum in der Weltwirtschaft, aber auch die Sparmaßnahmen in verschiedenen Ländern belasten. Besonders in den Peripherieländern befinden sich die Einkaufsmanagerindizes im rezessiven Bereich. Wie erwartet ist das Wachstum im dritten Quartal in der Eurozone mit 0,1% gegenüber dem Vorquartal eher schwach ausgefallen. In der Eurozone dürfte die Wirtschaft 2012 mit einem Plus von 0,3% nahezu stagnieren. Dabei erwarten wir in den Wintermonaten einen leichten Rückgang des BIP. Vor allem Spanien und Italien dürften in eine Rezession abgleiten. Besser sieht es dagegen in Deutschland aus. Besonders eine relativ robuste Binnennachfrage dürfte das Wachstum 2012 stützen, so dass wir mit einem BIP-Zuwachs von 1,3% rechnen. Die schwächere Weltkonjunktur und die Rezession in den Peripherieländern werden aber deutliche Spuren im Außenhandel hinterlassen. 2013 rechnen wir erstmals wieder mit einer breiteren Erholung in der Eurozone. Die Inflationsrate ist im Dezember unter die 3,0%-Marke gefallen. Mit der schwächeren Konjunktur und sich abflachenden Energiepreisaussichten wird sich die Inflation 2012 weiter zurückbilden. Die Schuldenkrise ist weiter das zentrale Thema in der Eurozone. In den kommenden sechs Monaten rechnen wir mit weiteren Senkungen der Leitzinsen auf 0,5%, auch aufgrund der schwächeren konjunkturellen Aussichten.
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Überblick Japan:
Nach Revisionen ist das BIP im Quartal 2011 etwas schwächer gewachsen als zunächst angenommen. Dies ändert aber nichts am generellen Bild einer v-förmigen Erholung nach der schweren Nuklear- und Naturkatastrophe im März 2011. Die Exporte konnten erstmals wieder zulegen, jedoch zeichnen Unternehmensumfragen einen eher schwachen Ausblick. Negativ wirkt sich der immer noch sehr starke Yen aus, die Effekte der Devisenmarktinterventionen sind faktisch nicht spürbar. Japans Regierung will die Staatsverschuldung 2012 trotz der Wiederaufbaukosten auf dem Niveau von 2011 begrenzen. Die lange diskutierte Anhebung der Verbrauchsteuer um 3 Punkte auf 8% soll nicht vor April und eine weitere Anhebung auf 10% im Oktober 2012 erfolgen. Die Bank of Japan hält auf absehbare Zeit an ihrer expansiven geldpolitischen Ausrichtung fest. Eine Überwindung der Deflationsgefahren ist vorerst nicht zu erwarten, die Inflation sollte bis Ende 2013 leicht unter der Null-Linie liegen. Da die BOJ kommuniziert hat, die Nullzinspolitik beizubehalten, bis Preisstabilität „in Sicht“ sei, dürfte sie den Leitzins bis über das Jahresende 2013 hinaus bei 0-0,1% lassen.
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An den Aktienmärkten scheint etwas Ruhe und Normalität zurückzukehren, auch wenn die fundamentalen Probleme von Euro Staaten wie Griechenland oder Italien weiter ungelöst sind. Die wichtigsten Aktienindizes konnten sich in den vergangen Wochen dennoch gut halten und legten leicht zu. Zum Teil könnte diese Entwicklung auf gute Konjunkturdaten aus den USA und auf Spekulationen über eine etwaige Zinslockerung in China in den kommenden Monaten zurückzuführen sein.
Die Fortsetzung der langsamen Aufwärtsbewegung erscheit daher zunächst weiter möglich. Kurzfristige Schocks, aufgrund etwaiger neuer negativer Entwicklungen im Fall von Griechenland beispielsweise, können jedoch nicht ausgeschlossen werden.
Die meisten Aktienindizes sind attraktiv bewertet und die Leitzinsen der EZB dürften 2012 niedrig bleiben. Zudem fehlen geeignete Anlagealternativen. Gold, Immobilien und Anleihen notieren nahe historischen Höchstständen. Daher erscheinen Aktienmärkte insbesondere für langfristig orientierte Anleger sehr interessant bewertet, auch wenn weiterhin mit einer hohen Volatilität gerechnet werden muss.
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Die am EU-Gipfel Anfang des Monats gefassten Beschlüsse brachten zwar Fortschritte, waren aber noch sehr vage formuliert. Darüber hinaus wurden auch die Prognosen für das Wachstum in der Eurozone für 2012 sukzessive nach unten korrigiert. Vor diesem Hintergrund sanken die Renditen deutscher Staatsanleihen über die gesamte Zinskurve und die Volatilität in den Peripherieländern blieb weiterhin hoch
Prognose für die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen (Sicht: 30.06.12):
Deutschland 1,95 – 2,45 %; USA 2,05 – 2,55 %
Zinskurve: Wir erwarten sowohl in der Eurozone als auch in den USA keine wesentliche Veränderung.
Spreads von Pfandbriefen zu Staatsanleihen: Wir erwarten aufgrund einer deutlichen Zunahme der Emissionstätigkeit eine leichte Ausweitung
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